Wunschzettel - Sanierung der Max von Laue Oberschule

Die Schüler sind nun schon seit zwei Jahren auf mehrere  weit auseinanderliegende Standorte verteilt, in die auslaufende  Paul-Braune-Schule in Lichterfelde, die Plantagenstraße und das Gymnasium Steglitz in Steglitz.  Ohne eigene  Fachräume muss in höchst  beengten Verhältnissen gelernt werden.  Zuerst hieß es, die Schule können in ihr Gelände zum Schuljahresbeginn 2013/14 wieder einziehen, dann zu den Herbstferien, jetzt ist der Termin Osterferien 2014 in Gefahr.

Lesen Sie die Stellungnahme des GEV-Vorsitzenden. Die Photos sind übrigens vom Frühsommer 2013. Schulleitung und andere Angehörige der Schule haben inzwischen ein Verbot, die Baustelle zu betreten.

Bitte, helfen Sie dieser Schule und überlegen Sie, wie die öffentliche Hand  effektiver bauen kann. Flughäfen und Schulen scheinen einfach nicht zu klappen …

Mit freundlichen Grüßen

Ihre
Lieselotte Stockhausen-Doering

Stellungnahme der GEV zur laufenden Baumaßnahme an der Max-von-Laue Oberschule

 

Im Namen der Gesamtelternvertretung der Max-von-Laue Oberschule erkläre ich: Die Baumaßnahmen an der Max-von-Laue Oberschule gehen nach wie vor schleppend voran. Nach Mitteilung der Bezirksverwaltung sind beim Rohbau erst 80 Prozent der Wärmedämmung angebracht. Diese Arbeiten können aufgrund des Wintereinbruchs nicht weitergeführt werden. Das bedeutet, dass die Innenarbeiten (Trockenbau) ebenfalls zum Erliegen gekommen sind. Der Bauzeitenplan sieht zwar eine Fertigstellung dieses Gebäudes erst für den Sommer 2014 vor. Doch schon jetzt ist erkennbar, dass der Ablaufplan wieder einmal erheblich ins Rutschen geraten ist. Es sei nochmals betont, dass die Innenarbeiten im Neubau aller Voraussicht nach erst im Frühjahr 2014 wieder aufgenommen werden können. Ob die Zeit für die Fertigstellung bis zum Schuljahresbeginn 2014/15 ausreicht, wird sich erst zeigen müssen.

Angesichts der bisherigen Verzögerungen sind jedenfalls Zweifel angebracht. Darüber hinaus laufen die Arbeiten im Altbau sowie im sogenannte "Querriegel" der MvL auch nicht so zügig, wie sich das die Planer wünschen. Ein Umzug der Schule in die Dürerstr. im Herbst 2013 musste kurzfristig abgesagt werden. Der bevorstehende Tag der offenen Tür (10.1.2014) wird auf einer Großbaustelle stattfinden. Ob das die interessierten Eltern überzeugen wird, ihre Kinder an der MvL anzumelden, wird sich auch erst nach dem 10. Januar 2014 herausstellen. Im letzten Jahr waren die Anmeldezahlen stark rückläufig; insgesamt zehn Eltern haben sogar ihre verbindliche Anmeldung wieder zurückgezogen. Das Renommee der Schule ist durch die Baumaßnahme stark ramponiert, die Folgen für den Unterricht (Motivation der Schüler und Lehrer) sind erheblich! Seit mehreren Jahren findet die schulische Ausbildung unserer Kinder unter teilweise katastrophalen Rahmenbedingungen statt. Der Schuldirekter und die Lehrerschaft können das trotz großer Anstrengungen kaum noch kompensieren. Es geht mittlerweile stark an die Substanz! Es wird Jahre wieder brauchen, um den guten Ruf der MvL, die sie sich vor dem Beginn der Bauarbeiten erworben hatte, wieder herzustellen. Schuld daran ist die verkorkste Planung und Durchführung des Bauprojekts. In der Elternschaft im Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat sich das in den vergangenen Jahren herumgesprochen. Das haben Vertreter der GEV auch beim diesjährigen "Markt der Möglichkeiten" am 28. November in zahlreichen Gesprächen mit anderen Eltern zu hören bekommen. Dafür interessiert sich allerdings der Bezirk kaum. Darüber hinaus gibt es keinerlei Anzeichen für eine selbstkritische Reflexion des Baudesasters - weder beim Bezirksbaustadtrat noch bei den zuständigen Senatsverwaltungen und beim Abgeordnetenhaus. Entsprechende Petitionen des GEV-Vorsitzenden verliefen bislang ergebnislos. Die verantwortlichen Stellen sehen keine Notwendigkeit zu strukturellen Veränderungen. Es werden keine Lehren gezogen und damit ist das nächste Fiasko bei einer anderen Schule in einem anderen Bezirk fast schon vorprogrammiert. Festzuhalten bleibt: Die Stadt Berlin kann öffentliche Bauvorhaben nicht in einer angemessenen Zeit und in einem vorgegebenen Finanzrahmen durchführen. Der Großflughafen BER und die Staatsoper sind nur die Spitze eines Eisbergs. Die Bezirke und der Senat tragen die politische Verantwortung für den schleppenden Ausbau bzw. Neubau von Schulen. Damit wird die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt aufs Spiel gesetzt. Es sollte das erklärte Ziel der Politik in dieser Stadt sein, dieses grundsätzliche Problem endlich wahrzunehmen und für eine dauerhafte Lösung zu sorgen. Doch das Gegenteil scheint z. Zt. der Fall zu sein. Das Baudesaster an der MvL steht insofern auch stellvertretend für die Berliner Schulpolitik. Die Elternschaft der MvL wünscht sich, dass hier endlich gehandelt wird! Wer über Jugendarbeitslosigkeit und Jugendkriminalität in Berlin redet, darf die Schwächen und Defizite der Schul- und Bildungspolitik dieser Stadt nicht verschweigen! Dazu gehört auch die schleppende und unzureichende Durchführung von schulischen Baumaßnahmen.

 

gez. Dr. Dierk Hoffmann

(GEV-Vorsitzender an der MvL)