Pressemitteilung des Vorstandes: Schluss mit Hü und Hott an Berliner Schulen

Ab Januar sollen 19 Stellen an Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen gestrichen werden. Und die Kürzungen sollen im Jahr darauf weiter gehen. Der Landeselternausschuss ist entsetzt über diese Streichungen. „Schluss mit dieser Hü und Hott Politik an Berliner Schulen!“ fordert die Vorsitzende Lieselotte Stockhausen-Doering: „Auf der einen Seite leistet sich Berlin zwei millionenschwere
Brennpunktschulprogramme, auf der anderen zerstört es mit dieser Stellenstreichung gewachsene Strukturen an Schulen, die dringend diese Hilfe brauchen!“

Fest an einer Schule stationierte Sozialarbeiter unterstützen sowohl Schüler als auch Lehrer nicht nur in Konfliktsituationen und sind verlässliche Partner im Schulalltag. Gerade wenn man erkannt hat, dass es Probleme an Schulen gibt, dass es Brennpunktschulen gibt, darf man doch diesen Schulen nicht dringend benötigte Hilfe wegnehmen. „Warum soll man denn ein neues Hilfsprogramm auflegen, wenn es eigentlich verlässliche Partner für die Schüler gibt, die die Kinder bereits kennen, denen sie auch in Konfliktsituationen vertrauen?“ Das fragt sich der LEA und appelliert an die Abgeordneten diese Kürzungen zurückzunehmen.



Lesen Sie zu dem Thema auch den Zweiten Brandbrief der Jugendhilfeausschussschussvorsitzenden 

 

Nach der Auswertung der Vergleichsberichte der Senatsverwaltung für Finanzen bis September 2013 und unseren Hochrechnungen bis Dezember 2013 werden die Leistungen der Jugendarbeit andernfalls um weitere rd. 4,25 Mio. Euro reduziert. Damit sind erneut Jugendfreizeitstätten, Abenteuerspielplätze, Kinderbauernhöfe, Angebote der Jugendkulturarbeit, Angebote der Mädchenarbeit usw. abgebaut und stehen weitere vor der Schließung. Die Leistungen für die Jugendarbeit sinken 2013 um 6 %. 

Wir könne nicht allenthalben beteuern, wie wichtig uns die präventive Jugendarbeit ist, wenn sie nicht mit den erforderlichen Mitteln ausgestattet wird!

Wir bitten Sie daher, im Abgeordnetenhaus ein Moratorium zu beschließen, das den Abbau der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Berlin bis auf Weiteres stoppt. Bitte lassen Sie nicht noch mehr Zeit verstreichen. Einmal geschlossene Infrastruktur und verlorengegangenes Wissen und Erfahrungen vor Ort wären später nur mit immensem Aufwand wiederherzustellen. Erhalten Sie die Infrastruktur für die Kinder und Jugendlichen der wachsenden Stadt Berlin. 

Unser zweites Anliegen an Sie vor einem Jahr war, dass Sie dafür Sorge tragen, eine Mindestpersonalausstattung für die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste der bezirklichen Jugendämter verbindlich festzulegen. Diese Personalausstattung, die wesentlich die Umsetzung des aktiven Kinderschutzes und die der erzieherischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu verantworten hat, darf keinesfalls zur Erreichung der sogenannten Personalzielzahlen herangezogen werden. 
Leib und Leben der betroffenen Kinder kann nicht zugunsten des Erreichens der grundsätzlich verständlichen Ziele der Personalreduktion gefährdet werden! 
Bis heute sind uns keine Aktivitäten bekannt, die zeigen, dass unsere Forderungen aufgegriffen wurden. Die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste, RSD, sind mittlerweile in einigen Bezirken kaum noch arbeitsfähig. Immer wieder sehen sich die RSD zu Überlastungsanzeigen veranlasst, gerade erst wieder im Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit. Einige Regionale Sozialpädagogische Dienste drohen mit Schließungen, und es werden derzeit Überlegungen angestellt, dass die Aktivitäten zur Wirkungsanalyse von erzieherischen Hilfen (WIMES) durch die Bezirke eingestellt werden, da diese Aufgaben nicht mehr zusätzlich zu erbringen sind. Wir bitten Sie daher nochmals, einen Beschluss im Abgeordnetenhaus zu fassen, der eine Mindestpersonalausstattung für die Regionalen Sozialpädagogischen Dienste der Bezirke festlegt. 
Wir, die Vorsitzenden der bezirklichen Kinder- und Jugendhilfeausschüsse, bitten Sie eindringlich, im Sinne der Kinder und Jugendlichen dieser Stadt tätig zu werden. Für Rückfragen steht Ihnen der Vorsitzende des Kinder- und Jugendhilfeauschuss Mitte, FlorianSchwanhäußer, unter der Rufnummer 0172-3823832 die Vorsitzende des Kinder- und -Jugendhilfeausschusses Tempelhof-Schöneberg, Marijke Höppner, unter der Rufnummer 0179-2088800 zur Verfügung. Gerne würden wir Ihnen die Situation auch in einem Gespräch erläutern und verdeutlichen. 

Mit freundlichen Grüßen 

Milan Neuhoff, Jugendhilfeausschussvorsitzende BVV Charlottenburg-Wilmersdorf 
Katja Seidel, Jugendhilfeausschussvorsitzende BVV Lichtenberg 
Marlitt Köhnke, Jugendhilfeausschussvorsitzende BVV Marzahn-Hellersdorf 
Florian Schwanhäußer, Jugendhilfeausschussvorsitzender BVV Mitte 
Torsten Wischnewski-Ruschin, Kinder- und Jugendhilfeausschussvorsitzender BVV Pankow 
Andrea Behnke, Jugendhilfeausschussvorsitzende BVV Reinickendorf 
Christiane Mross, Jugendhilfeausschussvorsitzende BVV Spandau 
Renate Krohm, Jugendhilfeausschussvorsitzende BVV Steglitz-Zehlendorf 
Marijke Höppner, Jugendhilfeausschussvorsitzende BVV Tempelhof-Schöneberg 
Alexander Freier, Jugendhilfeausschussvorsitzender BVV Treptow-Köpenick